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SPD fordert einen Aalener Kulturgipfel

Alle Kunstschaffenden sollen an einen Tisch – „Bevor man spart, sollte man eine inhaltliche Diskussion führen"

Die SPD will einen Kulturgipfel einberufen, auf dem alle Aalener Kunstschaffenden inhaltlich diskutieren. Die bisherige Diskussion unter rein finanziellen Aspekten sei zu kurz gegriffen, kritisieren die Sozialdemokraten.

Alexander Gässler

Aalen. Nach dem Vorbild des Betreuungsgipfels fordert die SPD im Aalener Gemeinderat nun einen Kulturgipfel. Unter externer Moderation soll darüber diskutiert werden, was der Stadt die Kultur wert ist. Die bisherige Diskussion sei zu kurz gegriffen, weil sie auf Gebäude fixiert sei, kritisiert Ute Hommel. Die Diskussion werde nun vom Kopf auf die Beine gestellt, meint Hermann Schludi. Fraktionsvorsitzender Albrecht Schmid kann sich als Ergebnis einen Dachverband vorstellen, analog zum Stadtverband der sporttreibenden Vereine. Eventuell sogar ein eigenständiges Kulturamt. Insgesamt möchte die SPD der Kultur einen höheren Stellenwert geben und die vielen Kräfte bündeln.
Anlass für den neuen Vorstoß der SPD sind die Beiträge der Vereine zur Aalener
Museumsdiskussion. „Erfreulicherweise haben sich viele gemeldet", sagt Ute Hommel. Die Ehrenamtlichen haben nach ihren Worten einen Anspruch, gehört zu werden, und einen verlässlichen Rahmen sowie klare Strukturen verdient. Im SPD-Antrag, der OB Martin Gerlach bereits vorliegt, heißt es unter anderem: „Viele Aalener, ehemalige Aalener, aber auch Auswärtige fragen: Was ist der Stadt und dem Gemeinderat die Kultur und die Geschichte wert? Dabei wird der Kulturbegriff in der Öffentlichkeit breiter gefasst als im Gemeinderat."
Da klingt die Kritik am schwarz-grünen Spardiktat vom Mai 2010 an. Im Jahr 2011 sollten demnach bei der Kultur pauschal 70 000
Euro gespart werden, ab 2012 jährlich 80 000 Euro. Bislang habe der Gemeinderat keine Informationen bekommen, sagt Albrecht Schmid: „Wir wissen nicht, wo aktuell gespart wurde und wo nächstes Jahr gespart werden soll." Der Sparbeschluss sei ein Schnellschuss gewesen, ohne dass sich jemand Gedanken gemacht hätte, kritisiert Ute Hommel. „In der Regel wird am Personal und an den Veranstaltungen gespart." Die Folge liegt für sie auf der Hand: Das Niveau sinkt.
Hermann Schludi, der im Arbeitskreis für die Museen mitgearbeitet hat, übt Selbstkritik. Man sei betriebsblind gewesen und habe nur auf die 150 000 Euro geschielt. „Die Bürger führen eine inhaltliche Diskussion. Daran muss man sich ein Beispiel nehmen." Vom Kulturgipfel erhofft sich Schludi eine Bestandsaufnahme, ein Portfolio dessen, was Aalen an Kultur zu bieten hat. Spareffekte lassen sich ihm zufolge dann auch erzielen – durch Synergien und Kooperationen. „Bevor man spart, sollte man eine inhaltliche Diskussion führen."
Die SPD will gut und gerne 100 Vertreter von Vereinen, Gruppen und Institutionen an einem Tisch zusammenbringen. Der Kulturgipfel könne durchaus erst im Januar oder Februar stattfinden, sagt Ute Hommel. Bauliche Entscheidungen wie für das Sobek-Konzept am
Tiefen Stollen könnten unabhängig davon bereits im Herbst getroffen werden.

© Schwäbische Post 28.09.2011

SPD legt Museumskonzept vor

Die Sozialdemokraten wollen Tourist-Info im Spionrathaus und eine Außenstelle des Limesmuseums schaffen

Die SPD-Fraktion im Gemeinderat setzt einen Kontrapunkt zur schwarz-grünen Sparpolitik in den Museen. Die Stadträtinnen Ute Hommel und Heidi Schroedter legen ein eigenes Konzept vor und warnen vor einem „Plattmachen" der Museumslandschaft. Sie wollen die Tourist-Info im Urweltmuseum und auf dem St.-Johann-Friedhof eine Außenstelle des Limesmuseums einrichten.

rafael binkowski

Ute Hommel (links) und Heidi Schroedter wollen das Spionrathaus behalten und nicht vermieten, mit dem die Stadt sogar auf Facebook wirbt. (Foto: Eva Gaida)

Aalen. Heidi Schroedter als Vorsitzendes des SPD-Ortsvereins Aalen und Fraktionsvize Ute Hommel kritisieren die schwarz-grüne Sparpolitik: „Das ist kein Konzept, das ist für mich reines Plattmachen." Einige Beispiele:

 Schubart’s Museum: Dieses wurde 2007 geschlossen. „Das hat einmal 900 000 Mark gekostet", sagt Ute Hommel. Damals sei zugesagt worden, die Schriften im Internet zu veröffentlichen, dies sei nicht geschehen.

 Haus der Stadtgeschichte: Es wurde 2009 eingeweiht und 2010 wieder geschlossen. „Da wurden 300 000 Euro in den Sand gesetzt", meint Hommel.

 Wasseralfinger Museum: Dieses sei ebenfalls 2007 geschlossen worden, 600 000 Euro seien vernichtet.

 Galerie im Alten Rathaus: Die Räume seien für eine Million Euro saniert worden, und stünden auf Wunsch des Gemeinderates leer, so kritisieren Hommel und Schroedter.
Und nun das Spionrathaus, das von der schwarz-grünen Mehrheit im Rat vermietet werden soll. „Das Urweltmuseum ist für Aalen ein Aushängeschild", sagt Heidi Schroedter. Geologen aus aller Welt würden deswegen nach Aalen kommen, es sei eine einzigartige Sammlung mit einer engagierten Geologengruppe. „Das darf man nicht einfach in Kisten verpacken oder in den Tiefen Stollen abschieben", sagten sie.
Die Sozialdemokratinnen zweifeln an, ob sich mit der Immobilie Spionrathaus überhaupt Geld verdienen lasse. „Man müsste mindestens 500 000 Euro, eher 700 000 Euro investieren", sagt Hommel. Es fehlten Internetleitungen, die Stromleitungen seien veraltet. Und im Erdgeschoss, falls nur das vermietet werden sollte, fehlten Verwaltungsräume.
„Es werden Bildungseinrichtungen platt gemacht, und das rechnet sich finanziell nicht einmal, das ist kein Sparkurs", sagt Hommel. Wenn man die Sanierung gegenrechne, sei die Vermietung ein Verlustgeschäft.
Die SPD setzt dem Sparkurs ein Modell entgegen, das die Fraktion ausgearbeitet hat, mit überraschenden Vorschlägen.

 Spionrathaus: Hier soll das Urweltmuseum erhalten bleiben, ins Erdgeschoss soll die Tourist-Info einziehen. „Das hat sich in Dinkelsbühl bewährt, das bringt Frequenz", meint Schrodeter.

 Tourist-Info: Das Gebäude mit der Tourist-Info könnte dann vermarktet oder verkauft werden. „Das ist gut saniert, dafür findet sich ein Investor", meint Ute Hommel.

 Haus der Stadtgeschichte: Hier will die SPD eine Außenstelle des Limesmuseums einrichten. Es gebe eine Empfangshalle, zwei Räume für Präsentationen, Sanitärräume. Das Limesmuseum habe ständig Platzprobleme, daher sei diese Nutzung sinnvoll.

 Wasseralfingen: Zunächst soll hier alles beim Alten bleiben, endgültig entschieden hat sich die SPD hier noch nicht. Hommel kritisiert, dass in Ellwangen ein Sieger-Köder-Museum eingerichtet werde, während sich hier nichts in der Hinsicht tue.
Überhaupt die Nachbarstädte, das macht der SPD Sorgen. „In Gmünd wird der Prediger für eine Million Euro saniert, es gibt ein Schattentheater- und es entsteht ein Schulmuseum, und wir in Aalen schließen alles", sagt Hommel. Zudem wollen Sie, dass die Stadt die Museen auch besser vermarktet. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, will der SPD-Ortsverein am 28. Mai einen Aktionstag auf dem Marktplatz machen und Unterschriften sammeln.

Schwäbische Post 06.05.2011

 Museumskonzept der SPD 

Das Urweltmuseum bleibt im Spionenrathaus

Ins Erdgeschoss des Spionenrathauses zieht der Touristikservice. Das hätte folgende Vorteile:

- Die Öffnungszeiten des Museums wären sehr viel länger, der Touristikservice kann die Eintrittskarten verkaufen

- Alle Ausstellungsobjekte, z.B. der große Fischsaurier, könnten im EG bleiben. Bei einem anderen Mieter müssten hier neue Orte gefunden werden.

- Die frei werdende Fläche im EG Marktplatz 2 (jetzt Touristikservice) könnte problemlos vermietet werden, da hier alles renoviert ist und den heutigen Anforderungen entspricht.

- Falls es gelingt, die Büroräume des Tourismusbüros, die jetzt im 1. und 2. OG von Marktplatz 2 sind, ebenfalls zu räumen, könnte das Haus auch verkauft werden.

- Das Urweltmuseum wäre Teil des Kulturdreiecks Innenstadt, das aus Urweltmuseum, Theater sowie Städtischer Galerie und Galerie des Kunstvereins besteht.

Die voll funktionsfähige und voll eingerichtete Galerie im Alten Rathaus muss wieder aktiviert und für Ausstellungen genutzt werden.

Für das erst kürzlich renovierte „Haus der Stadtgeschichte" (früher Leichenhalle) soll eine angemessene und der Würde des Ortes entsprechende Nutzung gefunden werden.

Dies könnte z.B. eine Mitnutzung durch das Limesmuseum sein. Das Haus ist behindertengerecht und für museumspädagogische Zwecke perfekt geeignet. Im Limesmuseum müssen immer wieder kindergruppen, Schulklassen abgewiesen werden wegen Platzmangel. Das Haus könnte darüber hinaus vermietet werden für Lesungen, Konzerte, Kleinkunst, Malkurse usw. Sollte sich hier ein Dauermieter finden, der in diese Umgebung passt, würden wir uns nicht sperren. Das Haus ist für Dauernutzung im Winter allerdings nur bedingt geeignet, da es schwer zu heizen ist.

Das 2007 geschlossene Schubartmuseum wird zu einem virtuellen Museum. Die Schubarttexte werden ins Internet gestellt und regelmäßig gepflegt.

In Wasseralfingen muss endlich der Sieger Köder Stützpunkt eingerichtet werden. Hier sollte die Einrichtung eines Köder-Cafes geprüft werden. Dort könnten auch Bilder, Karten, Köder-Tassen usw. verkauft werden.

Am Tiefen Stollen: Die Einrichtung im Bergwerk muss ertüchtigt werden. Beginn noch in diesem Jahr, damit die Gelder nicht verfallen.

Vor dem Bergwerk muss der Sobeck-Entwurf Zug um Zug verwirklicht werden, evtl. in anderer Reihenfolge der einzelnen Bauphasen.

Dieses Konzept bewahrt die Geschichte der Stadt Aalen von der Urzeit bis zur Gegenwart. Es enthält keine unrealistischen Nutzungsmöglichkeiten. Durch die Vermarktung des Hauses Marktplatz 2 werden realistische Einnahmen erzielt.

 

 

 

 

 

 





 

 

 
 
   
 
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