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Jusos Ostalb zum feministischen Kampftag:

Veröffentlicht am 08.03.2023 in Jusos in Aktion

Heute, am feministischen Kampftag, fordern die Jusos erneut eine konsequente Umsetzung von Maßnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter.

 

Dieses Jahr wollen die Jusos vor allem auf die feministische Revolution im Iran hinweisen. Seit dem Mord an Jina Mahsa Amini im September 2022 sind mehr als 90.000 Menschen im Iran gegen das islamistische Mullah-Regime auf die Straße gegangen.

„Vor allem Frauen, queere Menschen und Jugendliche haben die landesweiten Proteste losgetreten. Wir stehen in Solidarität mit der feministischen Revolution im Iran. Den mutigen Iraner*innen gehört unsere Aufmerksamkeit“, so Pia Kauer von den Jusos.

Auch in Deutschland ist die Gleichstellung der Geschlechter noch weit entfernt. Beispielsweise sind die Hürden für Frauen am Arbeitsmarkt hoch: Die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, niedrige Entgelte, eine hohe Arbeitsbelastung und Sexismus am Arbeitsplatz – die Aufzählung ließe sich weiter fortsetzen – behindern die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Arbeitswelt.
 

„Diese strukturelle Benachteiligung hat schwerwiegende Folgen. Frauen verdienen in Deutschland 18 Prozent weniger als Männer. In Baden-Württemberg sind es sogar 23 Prozent“, so Juso-Kreisvorsitzende Laura Weber.


"Um die wirtschaftliche Unabhängigkeit von allen Frauen zu erreichen, fordern wir andere Arbeitszeitnormen und die Umverteilung von unbezahlter Sorgearbeit. Steuerliche Fehlanreize wie das Ehegatten­splitting und die Steuerklasse V müssen beseitigt werden. Außerdem müssen gerade in den frauendominierten Berufen die Löhne steigen. Denn eine Erwerbstätigkeit muss nicht nur mit Sorgeverantwortung vereinbar sein. Sie muss auch die Existenz von Frauen sichern“, so Laura Weber weiter.


Das habe auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen, denn ohne Frauen wird der Fachkräftemangel nicht zu beheben sein. „Bei den Frauen liegt ein enormes Beschäftigungs­potenzial: Viele Frauen sind aufgrund familiärer Sorgeverpflichtungen nur in Teilzeit oder gar nicht erwerbstätig – trotz guter Qualifikation“, betonen die Jusos.

Grundsätzlich müssen künftig alle politischen Vorhaben daraufhin geprüft werden, ob sie die Gleichstellung von Männern und Frauen vorantreiben. „Wir müssen sicherstellen, dass die Lebens­wirklichkeiten von Frauen in der Politik ausreichend Berücksichtigung finden. Die Einführung eines Gleichstellungschecks in Bund, Ländern und Kommunen ist da ein notwendiger Schritt“, so die Jusos abschließend.

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